Stadt Langen
Was macht eigentlich das Frauenbüro?

vergrößern Sie sind Anlaufstelle für Frauen, die Hilfe und Beratung brauchen – etwa weil sie Opfer häuslicher Gewalt sind oder ihre Kinder alleine erziehen, weil sie Fragen zu Mutterschaft oder finanzieller Unterstützung haben. Kerstin Strathus und Annerose Gebhardt teilen sich eine Stelle im Langener Frauenbüro und rühren kräftig die Werbetrommel für Frauen(politische)-Themen. Allein elf Veranstaltungen im Jahresprogramm 2011 haben die beiden organisiert. Die Themen reichen von der Schriftstellerin Simone de Beauvoir über Freundschaft, Frauenfußball, die Frankfurter Börse und aktuelle rechtsextreme Frauenrollenbilder bis zum Selbstverteidigungskurs für Seniorinnen und vielem Weiterem.

 

Im kommenden Jahr feiert das Frauenbüro sein 25-jähriges Bestehen. Seit 1987 ist es dafür da, neben der Beratung der Langenerinnen Hilfestellung zu leisten und der Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken. Es vertritt die Interessen von Frauen und Mädchen in Gremien der Stadtentwicklung, im Arbeitskreis Kriminalprävention oder bei der Verkehrsplanung.

 

Es informiert über gesellschaftliche, politische und ökonomische Aspekte der Benachteiligung von Frauen und macht Missstände öffentlich. „Deshalb heißt es ja auch Frauen- und nicht Männerbüro“, sagt Annerose Gebhardt. Männer seien dennoch herzlich willkommen, wenn Sie etwa alleinerziehend seien und von einer Benachteiligung betroffen, die typischerweise Frauen trifft.

 

Der Alltag im Frauenbüro ist geprägt von vielen Terminen mit Frauen, die zur Beratung kommen und die unterschiedlichsten Anliegen mitbringen. Das Frauenbüro vertritt die Interessen der Frauen und Mädchen in Langen und ist zugleich Vernetzungsstelle, Beratungs-, Service- und Informationsstelle. Die Arbeit im Frauenbüro stützt sich auf Frauenpolitische Vernetzung und die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen, Institutionen, Personen und Gruppen.

 

Daneben sind Veranstaltungen zu organisieren wie Vorträge, Seminare, Workshops, Filmvorführungen oder auch Gedenk- oder Aktionstage. Mit ihren öffentlichkeitswirksamen Aktionen rückt das Frauenbüro Themen rund um Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierung von Frauen in den Fokus und sorgt dafür, dass diese überhaupt erst einmal wahrgenommen werden.

 

„Häusliche Gewalt ist leider immer wieder das Thema, bei dem Frauen unsere Hilfe suchen“, sagt Kerstin Strathus. Allein bei der örtlichen Polizeistation kommen jährlich rund 50 Fälle zur Anzeige. Dies sei der brisanteste Bereich der Unterdrückung und Diskriminierung.

 

Selbstständigkeit und Selbstbestimmung der Frauen zu stärken und zu fördern ist ein wesentliches Ziel der Arbeit. In den persönlichen Sprechstunden sind Fragen rund um Trennung und Scheidung neben prekären finanziellen Verhältnissen das Hauptthema. Auch Mobbing- und Stalking kommen zur Sprache.

 

Annerose Gebhardt und Kerstin Strathus klären auf, vermitteln Kontakte und stehen den Langenerinnen mit Rat und Tat zu Seite. Sie bieten Unterstützung beim Umgang mit Behörden wie Pro-Arbeit, Arbeitsagentur oder Gericht und Staatsanwaltschaft. Sie vermitteln Kontakte zu Fachberatungsstellen für Wohnungsprobleme, Behinderung, psychische Probleme oder Sucht. Sie informieren Mütter über Hilfsangebote und die gesetzlichen Regelungen für Elterngeld oder Elternzeit. Zu Finanzen bei (alleinerziehenden) Müttern und Familien und den Herausforderungen der Kindererziehung gibt es besonders viel Beratungsbedarf. Zum beruflichen Wiedereinstieg oder zu Aus-, Fort- und Weiterbildung vermittelt das Frauenbüro an entsprechende Fachberatungsstellen und Fortbildungseinrichtungen im Umland.

 

Ein Highlight des Jahres 2011 war das Buch „Lila Langen“. Das Frauenbüro als federführender Herausgeber hat mit dem Redaktionsteam Margrit Jansen, Peter Holle, Erna Götz-Tull und Annerose Gebhardt viel Energie und Zeit in das Buch gesteckt. Unterhaltsam und reich bebildert stellt der Band Langener Frauengeschichten, die Langener Frauenbewegung, die Entwicklung des Mütterzentrums und einzelne Frauenbiografien vor. Für das kommende Jahr ist schon der zweite Band geplant - die Fülle des gesammelten Materials zur lokalen Frauengeschichte führte dazu, dass zunächst nur ein erster Band aufgelegt wurde. Band 2 ist bereits zu 80 Prozent geschrieben und soll 2012 wieder zum Ebbelwoifest erscheinen. Da im im Jahr 2012 der 25. Geburtstag des Frauenbüros ansteht, gibt es noch viel zu tun für die beiden Frauenbeauftragten.
Anne Gebhardt und Kerstin Strathus sind immer interessiert an Anregungen, Wünschen und Ideen von Langenerinnen.